Er saß am Fenster, Hände ruhig, und der Rucksack roch nach Harz. Auf dem Klapptisch lag ein kleines Stück Zirbe, das unter dem Messer sanft zu einer Gams wurde. Er erzählte vom Wald über Mittenwald, vom Ruhen des Holzes, vom lauschen auf feuchte Luft. Bei Garmisch hob der Zug die Kurve, Licht fiel ins Abteil, und die Figur bekam Augen. Als wir ausstiegen, lächelte er und sagte: Manchmal bringt die Bahn genug Zeit, dass etwas Schönes Gestalt annimmt.
Zwei Fremde, ein Ziel: Ein kurzer Anstieg über Oberstdorf, nur bis zur nächsten Aussicht. Im Zug war es ein Gespräch über Schuhe, Wetter, Apfelringe. Draußen wurden Schritte gemeinsam, Schweigen angenehm, und der Blick weit. Zurück am Bahnsteig tauschten sie Fotos und versprachen, dieselbe Strecke im Winter zu probieren. Vielleicht treffen sie sich nie wieder, doch die kleine Verabredung hat das Unterwegssein verändert: Vertrauen wuchs aus geteiltem Rhythmus, und der Zug brachte mehr als Ankunft – er brachte Verbündete für einen Hügel.
Seine Stimme klang wie ein alter Radiosender, freundlich und klar. Beim Kontrollieren der Tickets gab er Tipps: Hinter dem nächsten Tunnel öffnet sich das Tal, rechts sitzen lohnt. Er kannte die Minuten, in denen Nebel über die Wiesen kippt, und die Haltestellen, an denen Bäckereiduft hereinweht. Niemand fühlte sich gedrängt, alle fühlten sich geführt. Als wir in den Abend rollten, sagte er nur: Morgen wird der Himmel milchig, doch gegen Mittag bricht er auf. Und tatsächlich, am nächsten Tag war das Licht ein Geschenk.